Heute morgen war ich noch immer sehr schwach auf meinen Beinen. Um 6 Uhr stand ich automatisch auf, geschlafen hatte ich ja genug. Meine Aussicht gefiel mir einfach super, auch zeigte sich am Himmel bereits etwas die Sonne. Ich packte meine Sachen, da ich ja heute mein Zimmer wechseln sollte, ging mich waschen und ging nach unten um zu frühstücken. "Morning Änscha" rief der Mann in der Küche, der hier für alles zuständig zu sein scheint :) "Morning" antwortete ich etwas unwissend, wie genau ich jetzt hier frühstücken sollte. Er erklärte mir alles und die gesamte Küchencrew (mehrheitlich dunkle Amerikaner) hörten zu, als ob sie nicht wüssten wie man hier frühstückt. :) Sie sind alle total nett, und haben sich mir nachher vorgestellt. Ich mag meine Unterkunft sehr. Der Gemeinschaftsraum (in dem ich gerade sitze) ist sehr gemütlich und alles ist super sauber. Die Frauen hier sind alle sehr angenehm und sehr unterschiedlich. Und das Personal ist einfach grossartig, sie behandeln mich als würde ich schon lange hier wohnen.
Um halb acht ging ich dann aus dem Haus, einfach mal auf die Strassen New Yorks. Ich wollte Richtung Zentrum laufen und folgte mal meinem Gefühl (wie blöd von mir). New York hat kein Zentrum, belehrten sie mich einige Stunden später in der Schule. Trotzdem fand ich es zu diesem Zeitpunkt besser etwas zu gehen, anstatt stehen zu bleiben und mich an den Stadtplan zu wagen. Ich ging einige Zeit am Broadway. Mir gefiel es hier. Es war Morgenstimmung in New York. Die Menschen hielten alle ihre Starbucks oder sonstigen Kaffeebecher in der Hand und gingen zur Arbeit. In der Nähe gibt es eine Schule, und daher sah ich extrem viele Kinder auf der Strasse. Soooo niedlich wie sie alle Englisch sprechen =) Allmählich wurde mir bewusst, dass ich mich um ein Taxi kümmern sollte. Um 8:45 sollte ich nämlich einen Einstufungstest absolvieren. Naja es gibt ja tausend gelbe Taxis hier, wer hätte gedacht,wie unmöglich es ist, eines zu kriegen. Wie eine Nichtswissende stand ich also auf der Strasse und wedelte hilflos mit meiner Hand nach einem Taxi. Sie waren alle besetzt und trotzdem schafften es vor mir und auch hinter mir immer wieder Leute eines zu ergattern. Na toll. Wer die Regeln dieser Stadt nicht kennt, kommt hier nicht weit. "Wie komme ich an ein Taxi" fragte ich eine Frau, die gerade ihre Kinder zur Schule brachte. Genau das habe ich ja seit einer halben Stunde versucht dachte ich, nach dem sie es mir höflich erklärt hatte. Ich wagte mich immer etwas weiter auf die Strasse heraus und dann: Finally, er hielt und fuhr mich zur Schule. Noch zehn Minuten, das schaff ich nie. Der Taxifahrer war ruhig, schnippisch, wie die meisten Taxifahrer in New York. Er lud mich ab und trotzdem konnte ich das Gebäude nur mit Hilfe eines Passanten finden :) Jaja Countrygirl mitten in Manhatten. Völlig erschöpft (schon wieder)kam ich an die Rezeption. "Hy, are you new here?" Fragte mich die Frau. Ja, sagte ich und entschuldigte mich gleich für meine Verspätung. "No, you're perfect, you aren't late," antwortete sie. Oh doch, das war ich, in der Schweiz hätte ich gleich zu Hause bleiben können. Sie erklärte mir, dass ich in das andere Gebäude gehen musste. Ja natürlich, das ist jetzt aber nicht dein ernst oder?!?!? dachte ich, und schon war ich wieder mitten auf der Strasse. "It's easy to find," rief sie mir nach. Ja und wie, extrem easy to find. Zwanzig Minuten später war ich dann da, endlich am Ziel. Ich absolvierte den Test (mega easy) und bemerkte dabei kaum, dass es ein Test war. Danach sprach ich Cathy an, ich hatte sie heute morgen bereits in der Residence gesehen, sie ging also am selben Ort zur Schule und wohnte auch am selben Ort. Sie erzählte mir, dass es ihr heute morgen genau gleich erging. Sie kam auch gestern an und hat ziemlich Mühe, da sie direkt von Miami kommt, wo sie bereits für einen Monat Englischunterricht hatte. "It's totaly different," wiederholt sie immer wieder verzweifelt. Ihr französischer Accent überhört keiner. Ich habe den Rest des Tages mit ihr verbracht. Zur Schule müssen wir offiziell nämlich erst morgen. Ich kaufte mir eine Subwaykarte und lernte wie ich von zu Hause zur Schule komme und wieder zurück (was etwas völlig anderes ist :)) Dann ging ich noch rasch beim Times Square vorbei und in den Hudson Park (ist direkt vor meinem zu Hause und wunderschön). Im Park blühten die Bäume auf wunderschöne Weise. Die Menschen sind hier um sich zu erholen. Ein niedlicher Weg führte mitten durch das herrlich duftende Blumenparadies, einfach grossartig und wunder, wunderschön. Jetzt gehe ich dann zusammen mit Cathy zu einem Treffen, das von unserer Schule aus organisiert wurde. Man soll dort viele Leute kennenlernen. Also entschied ich mich mit zu gehen und morgen beim Tanzcenter reinzuschauen. Zudem ist es sicher gut, den Weg zur Schule nochmals zu üben vor morgen, dann gibt es nämlich kein zu spät kommen mehr :) Sonst darf ich nicht in den Unterricht. Ach ja, in New York herrscht absoluter Sommer. Ich bin wohl mit meinen 3/4 Jeans am wärmsten gekleidet, es ist sooo warm :)
Liebste Grüsse Aus New York City Anja (Entschuldigt die Fehler, habe gerade Stress)
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