Ich kann euch jetzt sagen, dass es nicht wirklich ein toller Abend war gestern. Ihre Kollegen studieren an der Universität in Harvard und so verhielten sie sich auch. Ihr perfektes Englisch wurde mit der Kombination von „Ich habe es so nötig zu saufen“ unerträglich. Wir gingen rasch in den Laden unter ihrem Apartment, um alkoholisches zu kaufen..und tataaa: Xellent aus der Schweiz, aus dem kleinen Dörfchen Willisau war auch vertreten. Sie wohnen in einem Apartment in der Upper East side und woow, das Apartment liebte ich. Die eine Wand war in typischem New York Style (Stein) und die andere war voll von Graffitis, meega. Ich betrachtete diese Wohnung und das Bett, das direkt am Fenster stand und von dem aus man einen herrlichen Ausblick über die New Yorker Nacht hatte, während Laura sich mal an den einen und mal an den anderen ranmachte und Cathy Musik aussuchte. Weil Cathy natürlich mal rauchen musste, kletterten wir raus auf die Feuerleiter. Es was so toll da draussen. Unter uns die Taxischwärme und das New Yorker Nachtleben, und über uns ragten einige Wolkenkratzer in den mit Sternen versehenen Himmel. Wow. Natürlich verlor ich mein Armband dort oben, welches mir der Koreaner (ich kann mir nicht alle Namen merken) nach kurzer Zeit wieder zurück brachte. Keiner weiss wie er das angestellt hat. :) Drinnen war jetzt schon etwas mehr los, es hatten sich noch einige Leute dazugesellt. Wir drehten unsere Musik laut auf, stiessen an und genossen etwas den Abend, bevor dann alle weiter wollten um in einen Club zu gehen. Kurze Zeit später befanden wir uns in einer Bar, ich beschäftigte mich wieder mit der wunderbaren Umgebung. Die Bar war überwuchert mit Pflanzen und befand sich unterhalb einer ursprünglichen Subwaystrecke, also unter einer Brücke. Mega, so unauffällig der Eingang auch war, drinnen (oder eben immer noch draussen) war es ein Paradies. Einige spielten Billiard, andere tanzten, wieder andere tranken einfach. Wir blieben nicht lange dort, mir war es zu kalt. Laura tauschte ihr Date, obwohl ich ihre Wahl absolut nicht verstehen kann, aber egal. Der Typ sprach ungefähr fünf Sprachen und war so richtig ein Kotzbroken. Einen Kopf kleiner als ich und Katholike der auf keinen Fall trinkt aber auf jeden Fall Sex will, wie er immer wieder sagte, worauf er dann jeweils ein kollektives Lachen erwartete. so eklig. “Du kannst Schweizerdeutsch mit mir sprechen, ich versteh sogar das,“ meinte er als ich es jeweils verpatzte, die Sprache zu wechseln. Irgendwie war es mir schon fast wohler einfach englisch zu quatschen, und nicht immer hin und her zu wechseln. Der Typ war wirklich eklig, als er Laura festumschlungen hielt und sie war dabei genau so abstossend. Wir stiegen erneut in ein Taxi um und machten in einem neuen Paradies halt. Das Gebäude das von aussen einem Gewächshaus ähnelte war drinnen verziert mit riesigen Kronleuchtern und wunderschönen Sitzplätzen. Der Ausflug hat sich alleine gelohnt um all diese Orte zu sehen. Durch irgendeinen Hinterausgang gelangten wir dann zu einem Club. Ich hatte kein Problem reinzukommen, aber die Männer. Wir hätten aber drei Minuten warten müssen und draussen war es soo kalt, ich wollte einfach zurück, nach Hause. Dabei tat mir der Chinese und der Koreaner aber so leid, dass ich mir kurz überlegte dort zu bleiben. Die beiden waren nämlich so anständig und so korrekt, sie entschuldigten sich immer wieder für ihren Kollegen und sogar für Laura‘s billiges Verhalten, obwohl wir ja mit ihr dort waren. Er versuchte es uns allen Recht zu machen und ich konnte mich nur zu gut in seine Situation versetzen. Selbst konnte er sich nicht entspannen und Spass haben, in der Angst dass es all den anderen nicht passt. Trotzdem war mir zu kalt und eigentlich hatte ich auch keine Lust mehr. Auch Cathy, die sich bei mir eingestütz in meinen Windschatten drückte hielt es für die bessere Idee schlafen zu gehen. Wir riefen uns ein Taxi und gingen nach Hause. Sie entschuldigte sich ein paar Mal und wollte sicher gehen, das ich verstanden habe, dass Laura‘s Verhalten nicht das eines typischen französischen Mädchens repräsentiert. Mir war das eigentlich ziemlich egal, ich habe den Abend auf eine Art genossen. Ich habe Plätze gesehen, die ich sonst nie gesehen hätte und dass es solche Mädchen gibt, das weiss ich nur zu gut :) Wir stiegen am Broadway aus, und gingen in den McDonalds um einen Hamburger zu kaufen. Danach watschelten wir nach Hause, wo wir dann ins Bett gingen.
Und jetzt..die Sonne scheint, aber es ist kalt. Ich treffe mich heute mit Vesna.
ich habe euch sooo lieb
anja
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