Guete Morge/Nomittag mini liebe :)
Heute bi ich bereits seit einer Woche in New York, krass was ich alles schon erleben durfte. Ich fühle mich sehr wohl hier, ich liebe es einfach. Irgendwie erst eine Woche, weil ich mich bereits so eingelebt habe aber auf die andere Seite geht die Zeit sehr sehr schnell vorbei :) Vielen Dank für eure lieben Rückmeldungen, es macht doppelt so viel Spass zu bloggen, wenn ihr euch auch darüber freut!
Ich weiss jetzt schon ziemlich gut, wie ich mich durch New York schlage und wo ich mich wie verhalten soll. Die „Regeln der Stadt“ lerne ich Schritt für Schritt. Da ich mitten in Manhattan lebe und in Downtown zur Schule gehe, konfrontiere ich mehrmals am Tag mit diesen „You have to know that“ Regeln. Beispielsweise das überqueren der Strasse. Wie zu Hause üblich, wartete ich jeweils am Strassenrand auf das Symbol, das Gehen signalisiert. New Yorker machen das nicht, sie drängen sich in Massen immer weiter auf die Strasse hinaus, bis die Autos keine Chance mehr haben durchzufahren ohne die Masse zu überfahren. Anfangs war ich jeweils die einzige die am Strassenrand stehen blieb und nachher versuchte bei weiss (in New York gibt es nur rot und weiss) über die Strassen zu rennen, die meistens vierspurig sind. Da alle anderen bereits drüben waren wurde das jeweils etwas gefährlich für mich, denn auch die Autos beachten diese Symbole nicht. Während dem Stau stehen sie beispielsweise einfach konstant auf dem Fussgängerstreifen.
Oder dann gibt es die Trinkgeldregel. In New York erhalten alle Trinkgeld, selbst wenn du was in einem Laden kaufst, musst du Trinkgeld bezahlen. Kellner erhalten 15-20%. Um sich das Kopfrechnen zu ersparen, sollte man es wie die New Yorker machen: Einfach den auf der Rechnung ausgewiesenen Betrag der Sales tax verdoppeln. Manche Kellner schreiben den Betrag des Trinkgeldes sogar auf die Rechnung. Taxifahrer bekommen 15% des Betrags, den der Taxameter anzeigt. Und und und. Dann kommen die Anstandsregeln. Wenn man in New York einen Laden betritt oder etwas dergleichen wird man folgendermassen begrüsst: „Hy how are you“ oder „Hy what are you doing today“ es brauchte eine Weile bis ich bemerkte, dass man auf diese Begrüssung keine Antwort geben soll. Während andere einfach vorbeigingen und „hy“ sagten, versuchte ich jeweils eine Konversation zu starten in dem ich antwortete, gut danke...als ich dann fragen wollte ob es ihr auch gut geht begrüsste sie schon den nächsten :D Anfangs war ich überrascht warum mich wildfremde Leute immer fragen, wie es mir heute geht. Wenn man im Victoria‘s Secret ein Kleidungsstück anprobiert stellt sich die Verkäuferin sogar vor, aber das erzähl ich euch ein anderes Mal. Eine weitere Regel: Frauen, Kinder und ältere Menschen haben immer Vortritt. Beispielsweise ist es ein No-go im Subway sitzen zu bleiben, wenn eine Frau, vor allem wenn sie älter ist, stehen muss. Das kommt selten vor. Die Frage ob sie sich hinsetzten möchte, bleibt dann aber jeweils einfach ein höfliches Angebot. Sie warten nämlich darauf, bis man sie danach fragt, um es nachher mit einem netten Lächeln und dankend abzulehnen. Gestern hat mir ein Mann sogar Vorrang gelassen, als wir beide auf die Toilette mussten. Er stand aber schon einiges länger da.
Ein weiteres No-go ist das Rauchen. Vielleicht einer der Gründe warum ich mich hier sehr wohl fühle. Die einzigen Menschen die in New York rauchen, sind Europäer. „New Yorker verstehen nicht, warum die ihr Geld für das ausgeben,“ erzählte uns Niko. Die Raucher haben es hier auch nicht leicht, da gibt es kein Zug auf dessen Brett man stehen kann, während man noch immer möglichst viel Glimmstängel in die Lunge pumpen möchte. Man darf weder im Subway noch in der Nähe des Subways rauchen. Ausserdem sind die Zigaretten sehr teuer (wenn man Glück hat, kostet ein Päckchen 13$). Man raucht in keinem Pub, vor keinem Hauseingang und auch nicht in den Parks. Offiziell darf mal also nur mitten auf der Strasse und irgendwo ausserhalb der Stadt rauchen :D Sorry ich finde es jeweils witzig, wie Cathy sich verstecken muss um ihre Zigarette zu rauchen, und immer wieder umher rennt, um irgendwo die Möglichkeit zu erhalten, Zigaretten zu kaufen, die nicht sauteuer sind. Wenn sie dann aber doch zur Zigarette greift, beginnen meine Augen sofort zu tränen und mein Hustenreiz aktiviert sich. Ich verliere im qualmfreien New York allmählich meine Rauchtoleranz.
Etwas weiteres das ich mir angewöhnen musste: In New York lassen sich die Türen nur öffnen, in dem man das Schloss auf die rechte Seite dreht, was für mich noch immer unlogisch ist.
Ein weiterer Punkt, den ich für eine 8 Millionen-Einwohner Stadt unglaublich beeindruckend finde ist die Freundlichkeit der New Yorker. Erstens bin ich erstaunt wie oft ich auf der Strasse gegrüsst werde aber vor allem erstaunt bin ich, dass mich die Leute wiedererkennen. Beispielsweise rufen mir die Leute der Residence auf der Strasse zu (ja tatsächlich bin ich ihnen bereits über den Weg gelaufen) oder erkennen mich, da ich schon mal bei ihnen was gekauft habe. Das finde ich sehr beeindruckend. Ausserdem sprechen New Yorker irgendwelche Leute an, sei es in Restaurants, im Subway, in einem Laden oder einfach auf der Strasse. Sie sprechen mit dir. Als ich das Niko auf diese Weise erklärte, dachte sie kurz nach und als Andreas mir zustimmte meinte sie, dass wir vielleicht Recht haben könnten, weil sie dasselbe in Europa auch versucht hatte und die Leute sich jeweils zu ihr umdrehten und sie anstarrten, als ob sie eine Verrückte wäre. :D Weiter erklärte sie, und das erklärte mir übrigens schon mal jemand, dass sich New York sehr verändert hat seit 9/11, dem Terroranschlag. Seither halten die Leute zusammen und wissen dass sie alle im selben Topf sind. Das spüre man extrem.
yes, that's it, jetzt geh ich rasch frühstücken und dann ab nach Harlem in die Kirche :)
Have a nice day! Hab euch lieb
Anja
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