Hallo zusammen
Erstmals möchte ich mich für den letzten Blog entschuldigen, in meiner Eile habe ich ziemlich viele Fehler gemacht, wie ich später beim Durchlesen bemerkt habe.. :) Ich habe die letzte Zeit hier in vollen Zügen genossen und so konnte ich einige Blogs wie beispielsweise Subwaystories nie fertig schreiben, einen poste ich aber noch...
Hier also der letzte...
Noch ist es ruhig über dem Central Park, die grüne Fläche gehört den Eichhörnchen und Vögeln. Dort drüben lässt die Sonne bereits die Spitze des Chryseler Buildings in ihrem Glanz erstrahlen. Die höchsten Punkte der Stadt, die alle in der Morgensonne leuchten, zeugen von einem schönen Tag der New York bevorsteht. Für mich einer der letzten. Ich bin dafür noch nicht bereit, und mein Innerstes sträubt sich gänzlich gegen die Tatsache, dass ich schon bald im Flieger über dem Atlantik sitzen werde. New York hat es mir angetan wie keine andere Stadt bisher, ich kenne sie besser als die Stadt in der ich geboren wurde und besser als die Stadt in der ich seit Jahren trainiere und gearbeitet habe. Ich liebe die Grundstimmung, die Menschen, den Willen, die Natur, selbst die Hektik hier passt mir. New York ist Leidenschaft und repräsentiert sich in einer beeindruckender Kraft, ein Tempo das man sonst nicht kennt. Die Stadt ist schnell, und lässt denjenigen zurück, der nicht mitrennt. Jeder der hier lebt will etwas tun oder werden, hat eine Idee und ist begeistert davon. Daher auch der Name Big Apple...ursprünglich war damit die Ernte des grössten Apfels gemeint, der zum Erfolg führen soll. Ein New Yorker weiss immer wonach er strebt, zeigt niemals Zeifel, der New Yorker ist die Entschlossenheit in Person. Aber keine Angst, Neuankömmlige sind willkommen. Jeder der hier lebt war irgendwann mal neu hier und die meisten haben es nicht vergessen. So steht man als Fremder keine fünf Minuten an einer Strassenkreuzung, bis einem Hilfe angeboten wird. Es gibt keinen Ort an dem es so viel Diversität gibt, an dem so viele unterschiedliche Menschen in einem gesunden Verhältnis zusammenleben. Ein wildes Kulturgemisch, über 8000 Sprachen werden hier gesprochen und nirgends ist Fremdenfeindlichkeit, Ablehnung dem Anderen, dem Fremden gegenüber zu spüren. New York ist die Stadt der Fremden, die Stadt der Geschichten. Jeder hat seine eigene, seine eigenen Beweggründe, keiner ist einfach so per Zufall hier. In dieser Stadt wird man nie erwachsen, man beobachtet, spürt und erlebt jeden Tag etwas Neues und darum ging es doch, als wir noch klein waren. Die Stadt ist sicher, in all der Zeit habe ich mich nicht ein einziges Mal richtig gefürchtet, Cops stehen an jeder Ecke und die Menschen haben keine Lust mehr auf Feindseeligkeit, vor allem seit 9/11. Wer was beobachtet meldet es sofort und hat die Unterstützung all der anderen. Wenn sich im Subway einer komischer verhält bemerkt man, wie alle es bemerkt haben und bereit sind zu reagieren. Nachts nach Hause zu kommen ist kein Problem, weil man bei all den Menschen sowieso nie alleine ist und wenn, dann nutzt man einfach das gute Taxiangebot. Es ist für den Besucher gleich ersichtlich, warum New York die sicherste Grosstadt der USA sein soll. Man fühlt sich als ob man im Zentrum der Welt angekommen wäre, hier geschieht es, hier ist es möglich, das Wort unmöglich scheint gar nicht zu existieren. Und so ist es tatsächlich, obwohl ich nicht wirklich nach etwas gestrebt habe, wurde ich so oft auf der Strasse angesprochen oder bin plötzlich inmitten eines riesigen Filmdrehs gestanden. Die ganze Stadt erscheint einem als ob man einfach in einem Film spazieren gehen würde. Das friedliche Baseballspiel oder Basketballspiel in den Pärken, das schöne Zusammenleben, all die Anlässe und nicht zuletzt: Die wohl berühmteste Stadt ist so wunderschön und fortschrittlich, dass es einem schwer fällt die Zeitreise zurück zu machen. So oft sass ich auf einem der riesigen Felsen im Park. Beobachtend was um mich herum geschieht, fragte ich mich immer wieder, wie ist es möglich dass all die Bäume hier inmitten der Stadt erhalten bleiben, wo sie bei uns radikal umgetan werden? Wie kann es sein, dass selbst das älteste Häuschen nebst den riesigen Wolkenkratzer Platz findet, geschätzt und erhalten bleibt und in meinem kleinen Dörfchen zu Hause selbst ein Gebäude das nahe am Waldrand niemanden stören würde einfach abgerissen wird? Die Liebe zum Detail in dieser Stadt ist allgegenwärtig und nie verloren gegangen. Zahlreiche wunderschöne alte Häuser werden einfach innen erneuert, aussen aber bleiben all die Schnörkelarbeiten erhalten, die Bäume zieren Hauseingänge und ganze Alleen erstrecken sich inmitten von Manhattan. Es gibt Pärke mit Brücken, keine viereckigen Betonblöcke, die „eben modern sind“. Modern ist schon längst wieder anders, modern bedeutet hier altes zu erhalten und mit neuem zu kombinieren. Natürlich gibt es die Wolkenkratzer, diese sind aber entweder genauso aufwändig und liebevoll verziert oder erstrecken sich mit beeindruckenden Glasfassaden. Der New Yorker will leben wie im Film. Sie tun nicht nur so, die riesigen Fahrrad- und Joggingschlangen sind echt, die New Yorker sind sehr gesund, einfach jeder macht Sport und jeder isst gesund (man muss nur wissen wo und wie, das Essen in meiner Residenz war ja nicht gerade toll:) ). Rauchen ist sowieso tabu und cool ist es schon gar nicht. Wer sich Respekt verschaffen will, rennt oder fährt mit all den Sportlern mit.
:) Oh ja,
:) Oh ja,
geht diese Stadt erleben, habt keine Angst davor ihr werdet überrascht sein wie friedlich sie ist. Verflucht nicht die Hektik, sie ist Teil davon und macht euch das Leben nicht selber schwer indem ihr mit einem Guide versucht alle die „das muss man gesehen haben,“ zu erledigen. New York ist kein Ort für ein verlängertes Wochenende, man sollte nicht nach Hause kommen um sagen „Ja ich hab‘s gesehen.“ Keiner hat die Stadt je gesehen, weil sie sich ständig verändert, weil es so vieles zu sehen gibt. Man sieht ohnehin nicht alles und sollte daher versuchen die Stadt sinnlich und in den Hinterhöfen zu entdecken, zu erleben und zu spüren. Spart euch die Zeit die ihr mit Anstehen vor touristischen Attraktionen verbringen würdet, wie beispielsweise die Fähre um die Freiheitsstatue zu sehen. Die sieht man auch von South Ferry, der Spitze Manhattan‘s aus. Lasst euch die Stadt nicht dadruch entgehen und ich kann euch versprechen, ihr werdet es nicht bereuen. Nehmt euch die Zeit, sprecht mit New Yorkern in einem Park, riecht die Stadt, setzt euch einfach mal hin und beobachtet. Geht zu Fuss und vergesst niemals nach oben zu gucken. Erschreckt nicht wenn ihr angesprochen werdet, sprecht mit den Leuten und nicht mit den Touristenführern. Anstatt den Sonnenuntergang auf einem der Touristenboote zu beobachten, fahrt zur W 79 und betrachtet ihn inmitten der Stadt, wo es sonst keiner tut. Aber macht vor allem eines: geht hin, die Stadt ist unglaublich!
Ich mache mich jetzt schon bald auf den Heimweg, aber ich werde zurück kommen. Vielleicht sitze ich schon sehr bald wieder hier im Park und durchschreite eine der Türen, die sich mir hier einen Spalt weit geöffnet haben :)
Ich möchte euch nochmals sagen, wie Freude ich an all euren Rückmeldungen gehabt habe, und wie schön es auch für mich war meine Erlebnisse mit euch teilen zu dürfen.
Ich hab euch ganz fest lieb und ich freue mich riesig auf jeden einzelnen!
Bis bald
Nunyola
„Das Leben in New York reizt Menschen, Dinge zu wollen die niemand sonst will.“ Andy Warhol


























































































