Montag, 16. April 2012

Ankunft

Hallo meine Lieben


Habe gerade etwas Zeit. Leider nicht lange genug, um alles aufzuschreiben was ich bisher erlebt habe :) Ich weiss gar nicht recht wo ich anfangen soll. Auf jeden Fall geht es mir ziemlich gut.


16.04.12


Meine Ankunft verlief eigentlich sehr gut. Nachdem wir stärkere Turbulenzen als erwartet auf uns nehmen mussten und schliesslich gelandet sind, war mir kotzübel. Als ich aus dem J.F Kennedy Flughafen trat, war mir so übel, dass mir alles rund um mich ziemlich egal war. Es sah auch nicht sonderlich speziell aus, im Gegenteil, abgesehen von den Schwärmen gelber Taxis deutete nichts daraufhin, dass ich mich in New York befand. Mein Ziel war es einfach möglichst schnell in meinem Bett zu sein. Ein dunkelhäutiger, der an einer Ampel lehnte schien mir diesen Wunsch abzulesen. "Need a Taxi?" fragte er mich. Ja, oh ja das brauchte ich, bestimmt würde ich mich jetzt nicht mit dem Subway herumschlagen, schon alleine wegen meinem Gepäck. Er machte eine Handbewegung und ich folgte ihm. Wie ein unerfahrenes Ding probierte ich mein Gepäck zu jonglieren, den Verkehr zu beachten und den Taxifahrer nicht aus den Augen zu verlieren. Da standen wir, vor einem schwarzen Range Rover. Oh nein, wo habe ich mich da gleich hineingeritten, war mein Gedanke. "Sind nicht alle Taxis in New York gelb?" fragte ich verunsichert. "Nicht alle," gab er zur Antwort. Natürlich waren sie das, dachte ich und stieg trotzdem ein, der Preis den er mir angab stimmte nämlich, ausserdem war er ziemlich viel kleiner als ich und machte keinen bösen Eindruck. Ich setzte mich auf die Hinterbank und war so erschöpft, dass ich kaum an was schlimmes denken konnte. Das ist Queens erklärte er mir, als wir durch die verstopften Strassen fuhren. Überall standen kleine Häuschen, aber wirklich sehr sehr klein, so was hatte ich noch nie gesehen. Sie sahen aus wie Puppenhäuser, waren so total niedlich. Dass darin wirklich Menschen leben, konnte man sich kaum vorstellen, vielleicht einzelne Personen aber bestimmt nicht ganze Familien. Ausserdem sahen sie ziemlich hingestellt und dementsprechend sehr unstabil aus. Zwischen den Häusern tauchten ab und zu Basketballplätze auf, die von Zäunen umgeben waren. Genau wie im Film rannten ein paar dunkelhäutige Jungs dem Ball hinterher. Der Fahrer stellte mir ein paar Fragen und beantwortete diejenigen, die ich ihm stellte. Er war sehr nett, erklärte mir wo wir uns befanden und warum dies und jenes so ist wie es war :) (sorry bin gerade etwas müde und muss mich beeilen)


"Das ist Harlem" erklärte er mir einige Zeit später. In Harlem gab es beinahe ausschliesslich dunkelhäutige Menschen, sehr arme Menschen. Die jungen Männer sassen auf den Treppen vor dem Haus und quatschten, während die älteren Frauen auf ihren Stühlen das Treiben der Stadt beobachteten. Ein Dunkelhäutiger wurde gerade von der Polizei verhaftet, "That's normal," meinte mein Fahrer, als ich mich etwas besorgt aufgerichtet hatte. Ich war ehrlich gesagt froh, dass wir weiter fuhren. Die nächsten paar Minuten beobachtete ich einfach das Geschehen draussen, ich war völlig erschöpft und mir war sooo übel. Das abrupte Bremsen des Fahrers und die holprigen Strassen machten den Aufenthalt im Taxi unausstehlich. "Weisst du wo wir sind?" fragte er mich. "Wir sind in der City, Manhatten." Da war ich also, mitten in Manhatten. Tut mir leid, aber vom gestrigen Abend habe ich nicht mehr so viele Eindrücke, mir war einfach zu schlecht. Es gefiel mir aber. "Und hier wohnst du," sagte er und hielt. Ich war wirklich froh, dass ich mitgefahren war. Bin aber ziemlich sicher, dass er kein offizieller Taxidriver war, die sind nämlich eher unhöflich, reden nichts und ja, die Taxis sind alle gelb. Er gab mir seine Karte während der Fahrt, auf der er ein Taxidriver ist :) Ich solle ihn anrufen, wenn ich ihn brauchen würde. "Ja mach ich, danke!" Bestimmt würde ich das nicht tun, auch wenn er sehr nett war, hier wimmelte es ja nur so von Taxis warum sollte ich also ihn anrufen, der zuerst den Hudson River überqueren musste (er lebt in New Jersey)? Wer hätte gedacht, dass ich am nächsten Morgen genau das gemacht hätte, wenn ich seine Karte nicht im Zimmer liegen gelassen hätte :)
Meine Strasse gefiel mir sehr gut, sie war ruhig und friedlich. Drinnen angekommen setzte ich mich auf meinen Koffer, meine Beine konnten mich nicht mehr tragen. An der Rezeption waren sie sehr nett, mein Zimmer war aber noch nicht bereit. Na toll. "Wo ist die Toilette?" fragte ich plötzlich, bereits in eine Richtung rennend. "Ja da," Ich konnte gerade noch die Tür hinter mir zuknallen bevor ich begann mich mehrmals zu übergeben. Es war wohl etwas viel gewesen. Sie gaben mir ein Zimmer in dem ich übernachten konnte. Am nächsten Tag sollte ich dann wieder auschecken und am Abend erneut mein Zimmer beziehen. All das war mir zu diesem Zeitpunkt egal. Ich wollte einfach duschen und schlafen. Das habe ich dann auch gemacht, obwohl es erst 18 Uhr war. Irgendwann in der Nacht erwachte ich dann und betrachtete meine tolle New Yorker Aussicht, bevor ich gleich wieder einschlief. Ich würde einfach um 6 aufstehen, um mich um alles zu kümmern, schliesslich sollte ich ja eine Prüfung schreiben.

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