Mittwoch, 18. April 2012

Feel it ;)

Hellooou everybody :)
Heute war ich wieder sehr früh wach und ging nach unten um zu frühstücken zusammen mit Cathy und Larissa, die ich gestern Abend entdeckt habe :) Sie ist Schweizerin, aus dem Aargau und ist hier um zu tanzen. Nathalie war bereits in der Schule, auch sie kommt aus Bern und ist ebenfalls hier um zu tanzen. Nachdem Cathy eine Französin entdeckt hatte, sassen wir zu viert am Tisch. Für Cathy war es eine pure Erleichterung in ihrer Sprache sprechen zu können und die Worte sprudelten förmlich aus ihrem dem Munde. Auch ich fand es ganz angenehm in dieser Frühe zu sprechen, wie mir der Schnabel gewachsen ist und so kam es, dass wir beinahe zu spät zur Schule gekommen sind. Aber nur beinahe, natürlich war ich noch immer die erste im Klassenzimmer. Auch Cathy kam rechtzeitig, ihr Schulzimmer ist zwei Blocks weiter und ausserdem muss sie 10 Minuten Liftfahrt einberechnen :) Ich brauche nur in den ersten Stock zu gehen, wofür ich natürlich die Treppe nehme. Der Unterricht war sehr angenehm, wieder kamen einige zu spät, sie mussten ihren Rausch ausschlafen, da sie die letzte Nacht in Koreatown verbracht hatten. In der Pause entdeckten Andreas und ich Sara Nuru, wir schienen die einzigen zu sein die sie kannten (die kennen hier nicht einmal alle Heidi Klum :)) Ich setzte mich neben sie. „Du bist aus Deutschland richtig?“ sie war sich wohl zu gut, um sich abzudrehen. „Hast Germany‘s next Topmodel gewonnen oder?“ fragte ich also weiter. „Ja das habe ich, das weiss hier aber keiner, also mach nichts draus.“ Andreas war etwa ähnlich verblüfft wie ich und murmelte: „Ehm, eben, hier kennt dich keiner, vielleicht solltest du dir nicht so viel draus machen.“ Ich war mir nicht sicher ob sie es gehört hatte und wollte mich aufrichten, um zurück in den Unterricht zu gehen. Sie tat dasselbe (Ich war überrascht, wie viel kleiner sie war und sonderlich sportlich oder fit sah sie auch nicht gerade aus..alles Photoshop dachte ich) „Ich mach das hier nur nebenbei, damit ich was sinnvolles mache, ich arbeite hier,“ fügte sie hinzu, ohne dass wir sie danach gefragt hatten. Da Andreas es scheinbar nicht gehört hatte musste sie es auf dem Weg nochmals wiederholen, bevor sie dann im anderen Klassenzimmer verschwand. Naja, ich werde mich bestimmt nicht mehr neben sie setzen. Die letzte halbe Stunde des Unterrichts spielten wir ein Spiel. Und weil Niko lieber nach draussen geht als drinnen Unterricht zu halten, gehen wir am Freitag in den Brooklyn Botanic garden. Ich geh mit, obwohl ich freitags keine Schule habe, ich freue mich riesig darauf.

Am Nachmittag ging ich dann endlich beim Steps (Tanzschule) vorbei. Da mir Linda, meine Balletlehrerin bereits erzählt hatte, wie ich es finden werde, wusste ich auf anhieb wohin ich musste. Tatsächlich, inmitten von haufenweise gestapelten Früchten, Nüssen und sonstigen Lebensmitteln sah ich die kleine Hintertür mit der Überschrift STEPS. Das musste es sein, genau so hatte es mir Linda beschrieben. Ich öffnete die Tür und nahm bereits einige Klänge war. Im dritten Stock betritt ich den Raum. Wunderschön, das sag ich euch. Diese Schule ist exakt wie im Tanzfilm Step up. Die grossen hölzernen Bögen, die Bilder der Lehrer an der Wand, die Topballerinas und damit meine ich soo top (das habe ich noch nie gesehen) Ich ging an der Rezeption vorbei um etwas in die Klassen hineinzuschauen. Im einen Raum tänzelten die Ballerinas, im nächsten steppten sie und im wieder nächsten tanzten sie hip hop. Ein Traum, again: just amazing! Die Schule ist auf engem Raum aber ich liebe sie jetzt schon. Ich ging an die Rezeption und informierte mich über die Lektionen. Dann ging ich zurück zur Residence, die nur zwei Subwaystationen entfernt ist. Das Stadtleben ist sehr ermüdend, deshalb freute ich mich über die Pause in der Residence. Auf dem Weg besorgte ich mir ein Falaffelähnliches Nahrungsmittel und setzte mich zu Hause auf mein Bett. Ich telefonierte mit meiner Familie :) War sehr schön von ihnen zu hören. Dann packte ich meine Sachen und ging wieder zurück zur Tanzschule. Mit etwas einem mulmigen Gefühl betrat ich die Jazzlektion. Nebst diesen Ballerinas fühle ich mich wie eine Person, die sich noch nie zuvor zu Musik bewegt hat und das obwohl ich in einer Anfängerklasse war. Mit Ballerinas meine ich übrigens auch Männer, die 1.90 gross sind oder solche, die klein, älter und pummelig sind, oder die Frau, die mindestens 70 Jahre alt ist oder das 7 Jährige Mädchen. Irgendwie können hier alle tanzen. Anfänger gibt es in New York keine, das habe ich mir bereits gedacht. Ich gesellte mich in die Beginner Klasse für Jazz um das Niveau zu testen. Ein Anfänger in der Schweiz ist jemand, der absolut keine Vorahnung von Bewegung, Musik und Tanz hat. Hier sind es ungefähr die nicht ganz besten :) In der Klasse war ich die jüngste, die anderen waren so zwischen 30 und 60 Jahre alt, bis auf zwei Profitänzerinnen. Das gab mir  eine erste Sicherheit, ich sollte bereits von Natur aus beweglich genug sein, um ihnen das Wasser reichen zu können. Dann betrat Pierion den Raum, noch war er angezogen. Ich kann euch sagen, ich habe ja schon viele schwule Tänzer gesehen, aber das :D ja etwa so gross war mein Smile während der ganzen 90 Minuten. Ich konnte mich nicht wirklich aufs Tanzen konzentrieren he behaved absolutely gay! Die Übungen fielen mir ziemlich leicht, da konnte ich sehr gut mithalten. Zu einem Gemisch aus Trommelmusik und Panflötenklängen begannen wir dann irgendwelch komische Atemübungen zu machen. Alles ganz okay, bisher mochte ich den Unterricht. Aber dann! Es folgte die ultimative Pieron Jazzchoreografie. In engen schwarzen Leggins stand er plötzlich vor mir mit einem schimmernd blauen langen Oberteil, das seinen Körper exakt betonte. Die anderen konnten die Choreo bereits, die wirklich für eine Frau gedacht war (eine Art burlesque, sexy behaving etc.) ich konnte aber gut folgen. Plötzlich blickte er in meine Richtung und meinte: „Girl with that pretty face, come and watch me, you have to feeel it,,“ Bei dem Wort feeel, verzog er seinen Mund um anschliessend ein Luftkuss anzuhängen und einen Blick aufzusetzen der einer Katze ähnelte, die gleich knurren wollte. Ich hoffte dass er meine Schauderbewegung nicht bemerkte und blieb stehen. „Come,“ wiederholte er. Das war genau das, worauf ich keine Lust hatte. Am liebsten wäre ich einfach hinten stehen geblieben und hätte mir den Unterricht mitangesehen um etwas für mich zu lernen, schliesslich konnte ich die Choreografie noch nicht. Um keinen Aufstand zu machen ging ich nach vorne. Pierion schwang seine Hüfte vor mir und zwang mich hinzusehen. Diese Beschreibung lasse ich aus. Dann setzte er sich breitbeinig auf den Stuhl vor mir und bat uns zu tanzen. So ging es dann weiter wir tanzten und tanzten und tanzten und die anderen Frauen waren absolut beeindruckt, klatschten und pfiffen zur Musik, sie liebten die Choreo und Pierion's Art :) Irgendwie lustig. 
Um 21:00 Uhr ging ich dann zurück, zum Glück waren noch so viele Leute auf der Strasse, ich hatte absolut kein Problem mit dem Subway zu fahren. Zu Hause hüpfte ich dann unter die Dusche und recherchierte zusammen mit Natalie, da ich mir sicher war, in der Residence noch ein anderes Germany‘s next Topmodel Mitglied gesehen zu haben. Tatsächlich: Larissa, sie ist mir nur aufgefallen, weil sie so unnatürlich cool sein will :) Meli kannst du dich an sie erinnern? Ein meeega Zufall und nur so nebenbei, ich schaue diese Sendung eigentlich nicht, diese zwei Personen sind mir in den letzten paar Jahren nur gerade aufgefallen. 

Küsschen ... bin jetzt totaaal müde

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