Am Montagmorgen habe ich von Anfang an auf das Frühstück verzichtet und bin eine halbe Stunde früher aus dem Haus um mir am Broadway ein Emmi Joghurt zu kaufen. Cathy hat sich dazu entschlossen morgens jeweils nicht mehr zur Schule zu gehen, es würde ihr sowieso nichts bringen, meinte sie. Also konnte ich mich schon mal daran gewöhnen. Ich hörte mit dem IPhone Musik und wartete auf den Subway, drückte mich ins Gerummel im Subway und stieg automatisch am Times Square aus. Zusammen mit dem Menschenstrom stieg ich in den nächsten Subway Richtung Grand Central. Ich war Teil davon geworden, die Route, das Gerummel, es war zu meinem Alltag geworden. Wie all die anderen versuchte ich im Subway allmählich zu erwachen und mir das Gerummel mit Hilfe von Ohrenstöpseln noch ein wenig zu ersparen. Am Grand Central stieg ich aus, stieg einige Treppen und Rolltreppen hoch und lief zielstrebig die Gänge entlang, vorbei am Fischmarkt, am Kiosk, an den Schuhputzern und der grossen Halle...Es war normal für mich geworden, keine Herausforderung mehr den richtigen Ausgang zu finden, ich wusste genau Bescheid über den Bahnhof, der mit seinen 44 Banhsteigen der grösste der Welt sein soll. Angeblich werden dort täglich 125000 Leute durch die Stationen geschleust. Ich öffnete eine der Türen, ging nach draussen, zirkulierte beim Überqueren der Strasse zwischen den stehenden Autos umher. Zu meiner rechten das Chryseler Building, zu meiner linken die Kirche. Ich gelang ins Gebäude, sagte kurz dem dunkelhäutigen Beamten mit seinem grauen Haar und grauem Bart, „good morning“. Wie immer lächelte er aufgestellt und freundlich zurück, nahm seine Füsse vom Tisch als ob ich ihn mal wieder bei was entdeckt hätte, das nicht sein sollte und antwortete: „Good morning, how are you doing today?“ All das war Teil meines Lebens geworden. Nach dem Unterricht verlor ich mich wieder für eine Weile im Buchladen in der Nähe meiner Residenz. Gekauft habe ich nichts, ich genoss es einfach den verregneten Nachmittag dort zu verbringen. Dieser Buchladen ist derart gross, es gibt dort wirklich alles. Ausserdem kann man sich gemütlich ein Buch aussuchen und es auf einem der gemütlichen Sitzplätzchen beginnen zu lesen, und dazu sogar noch einen Kaffee trinken von Sturbucks, der Teil dieses Buchladens ist. Danach ging ich ins Training, Knie hin oder her, schliesslich bin ich auch hier um zu tanzen. Nach dem Jazztraining besuchte ich noch die Zumbalektion, von der ich aber derart enttäuscht bin, dass ich es künftig nicht mehr machen werde. Neben mir standen noch ungefähr fünf andere Frauen im Raum, die mindestens zwanzig Jahre älter waren als ich und mit grösster Anstrengung versuchten der Instruktoren, die offensichtlich kein Rhythmusgefühl hatte, zu folgen. Diese klatschte und schrie umher um eine künstliche Zumba-Werbedvd nachzuahmen, die von vollster Energie und Partyfeeling verspricht. Da ich mein Knie nicht mit Dingen überfordern wollte, die mir nichts bringen, schlich ich mich nach 45 Minuten aus dem Raum, während sie versuchte die Musik zu wechseln. Nachdem ich geduscht hatte, plauderte ich noch ein wenig mit den anderen, bevor ich dann schlafen ging.
Gestern regnete es noch immer, es war aber angenehm warm. Die New Yorker sind aber bestens ausgerüstet. „Wer keine Gummistiefel trägt wenn es regnet ist selbst schuld,“ hat mir mal jemand gesagt. Was bei uns eher unüblich ist, ist hier einfach eine Art sich von nassen Füssen zu schützen. Alle tragen Gummistiefel, sie tragen sie in jeder Farbe und jeder Form, für Frauen gibt es sogar solche mit Absätzen. Auch haben sie alle ihre übergrossen Nike-Regenschirme, die bestimmt nicht schnell kaputt gehen und unter denen man mit Sicherheit trocken bleibt. Gestern ist nicht viel spezielles passiert. Ich stand etwas früher auf, um mein Zimmer fertig zu machen, damit es geputzt wird. Ich darf auf keinen Fall vergessen, das Schild vor die Tür zu hängen, dachte ich, als ich in Eile vom Frühstück zurück kam um rasch meine Zähne zu putzen. Zähneputzend verliess ich mein Zimmer und hetzte Richtung Badezimmer, ich war spät dran. Als ich um die Ecke kam, sah ich Theresa, eine alte Frau die mir ungefähr bis unter die Brust kommt. In der Hoffnung dass sie mich nicht gesehen hatte, drehte ich mich im gleichen Tempo wieder um, dafür hatte ich nun wirklich keine Zeit. „Sweetie!“ schrie sie mit ihrer unverwechselbaren Stimme. Uups, ich drehte mich also wieder zurück. Ich versuchte zu lächeln mit zusammengepressten Lippen, spühlte meinen Mund und wisch ihn ab. Sie begann irgendwas zu schwafeln, wovon ich mal wieder die Hälfte versuchte zu ignorieren und die andere Hälfte nicht verstand. Das war dann wohl eine Frage, dachte ich, als sie mühselig zu mir hochblickte und eine Antwort erwartete. So verlaufen die Gespräche mit Theresa immer. Sie lebt seit 24 Jahren hier (unglaublich oder?!), kennt jeden und spricht mit jedem. Ausserdem scheint sie auf der ganzen Welt gewesen zu sein, ursprünglich spricht sie spanisch. Und obwohl ich es ihr schon tausend Mal erklärt habe, glaubt sie dass ich das auch tue. Spanglisch ist wahrscheinlich einer der schwierigsten Akzente zu verstehen. Ich konnte sie dann abwimmeln, wartete eine Ewigkeit auf den Lift, stieg unten aus. „Hy Kevin, hy Odeal,“ rief ich kurz, während die beiden nach draussen gingen, nachdem sie damit fertig waren Frühstück zu servieren. ...Änscha how are you doing, how‘s your knee?“ versuchten sie eine Konversation zu starten. „Sweetheart, take care today,“ meinte die ältere dunkle Frau hinter der Reception, bei der ich vor drei Wochen eingecheckt hatte. Ich mag sie alle total, habe nur vergessen, dass ich dafür immer ungefähr fünf Minuten dazurechnen sollte :) Naja in der ganzen Eile habe ich es dann geschafft das Schildchen auf der falschen Seite vor die Tür zu hängen, was ich enttäuscht feststellte, als ich abends nach Hause kam und mein Zimmer nicht geputzt war. "Privacy please" und "service please" sind halt schon zwei unterschiedliche Dinge. Ich verbrachte den Mittag in einem neuen Japanerrestaurant und liess Takuya die Freude mir in aller Länge die Menükarte zu erklären. Als er die Mappe öffnete fiel ein loses Blatt heraus und so hatte ich mich bereits für den günstigen Wochenhit entschieden, für welchen dieses Blatt warb, während Takuya auf liebenswürdige Weise weitererklärte.
Gestern regnete es noch immer, es war aber angenehm warm. Die New Yorker sind aber bestens ausgerüstet. „Wer keine Gummistiefel trägt wenn es regnet ist selbst schuld,“ hat mir mal jemand gesagt. Was bei uns eher unüblich ist, ist hier einfach eine Art sich von nassen Füssen zu schützen. Alle tragen Gummistiefel, sie tragen sie in jeder Farbe und jeder Form, für Frauen gibt es sogar solche mit Absätzen. Auch haben sie alle ihre übergrossen Nike-Regenschirme, die bestimmt nicht schnell kaputt gehen und unter denen man mit Sicherheit trocken bleibt. Gestern ist nicht viel spezielles passiert. Ich stand etwas früher auf, um mein Zimmer fertig zu machen, damit es geputzt wird. Ich darf auf keinen Fall vergessen, das Schild vor die Tür zu hängen, dachte ich, als ich in Eile vom Frühstück zurück kam um rasch meine Zähne zu putzen. Zähneputzend verliess ich mein Zimmer und hetzte Richtung Badezimmer, ich war spät dran. Als ich um die Ecke kam, sah ich Theresa, eine alte Frau die mir ungefähr bis unter die Brust kommt. In der Hoffnung dass sie mich nicht gesehen hatte, drehte ich mich im gleichen Tempo wieder um, dafür hatte ich nun wirklich keine Zeit. „Sweetie!“ schrie sie mit ihrer unverwechselbaren Stimme. Uups, ich drehte mich also wieder zurück. Ich versuchte zu lächeln mit zusammengepressten Lippen, spühlte meinen Mund und wisch ihn ab. Sie begann irgendwas zu schwafeln, wovon ich mal wieder die Hälfte versuchte zu ignorieren und die andere Hälfte nicht verstand. Das war dann wohl eine Frage, dachte ich, als sie mühselig zu mir hochblickte und eine Antwort erwartete. So verlaufen die Gespräche mit Theresa immer. Sie lebt seit 24 Jahren hier (unglaublich oder?!), kennt jeden und spricht mit jedem. Ausserdem scheint sie auf der ganzen Welt gewesen zu sein, ursprünglich spricht sie spanisch. Und obwohl ich es ihr schon tausend Mal erklärt habe, glaubt sie dass ich das auch tue. Spanglisch ist wahrscheinlich einer der schwierigsten Akzente zu verstehen. Ich konnte sie dann abwimmeln, wartete eine Ewigkeit auf den Lift, stieg unten aus. „Hy Kevin, hy Odeal,“ rief ich kurz, während die beiden nach draussen gingen, nachdem sie damit fertig waren Frühstück zu servieren. ...Änscha how are you doing, how‘s your knee?“ versuchten sie eine Konversation zu starten. „Sweetheart, take care today,“ meinte die ältere dunkle Frau hinter der Reception, bei der ich vor drei Wochen eingecheckt hatte. Ich mag sie alle total, habe nur vergessen, dass ich dafür immer ungefähr fünf Minuten dazurechnen sollte :) Naja in der ganzen Eile habe ich es dann geschafft das Schildchen auf der falschen Seite vor die Tür zu hängen, was ich enttäuscht feststellte, als ich abends nach Hause kam und mein Zimmer nicht geputzt war. "Privacy please" und "service please" sind halt schon zwei unterschiedliche Dinge. Ich verbrachte den Mittag in einem neuen Japanerrestaurant und liess Takuya die Freude mir in aller Länge die Menükarte zu erklären. Als er die Mappe öffnete fiel ein loses Blatt heraus und so hatte ich mich bereits für den günstigen Wochenhit entschieden, für welchen dieses Blatt warb, während Takuya auf liebenswürdige Weise weitererklärte.
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| Rechts vorne Takuya, links: Misung (Dangoo's Freundin, wie ich auch erst gerade erfahren habe, wo ich doch schon seit Wochen mit den beiden essen gehe), im Hintergrund Andreas und Jeong |
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| Andreas |
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| Anja eating with Chopsticks |

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| Chryseler Building, ragt über unserer Schule in den Himmel |
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| Mittagsstau - oder 24 Stunden Stau |
Mein Knie schmerzte wieder etwas mehr, und so besuchte ich nur das Pilatestraining, das hauptsächlich liegend stattfindet. Danach machten Cathy und ich unseren „New-York-bei-Nacht-und-Regen“ Spaziergang am Broadway. Wir gingen einen Laden um uns Nagellacks zu kaufen und Eis (Glace). Zurück liess ich Cathy ein Kunstwerk auf meine Nägel zaubern während ich die New York Times las und es draussen gewitterte.
Heute morgen regnete es noch immer..naja, es soll Ende Woche besser werden. Als ich auf den Subway Richtung Downtown wartete, sah ich zum ersten Mal Ratten zwischen den Geleisen. Bisher hatte ich immer nur davon gehört, wie viele es gäbe und wie eklig es sei. Darum habe ich den Blick zu den Gleisen jeweils gemieden. Niko erzählte mir später in der Schule, dass vor kurzem eine Frau von einer Ratte gebissen wurde, während diese in Brooklyn auf den Subway wartete. Das Vieh sei so gross gewesen wie eine Katze. Sie zeigte mir ein Bild und es schauderte mich am ganzen Körper, wie ecklig ist das denn? Die beiden die ich heute zu sehen bekam, waren klein, eher wie Mäuse glaube ich. Trotzdem war ich froh, einen Meter erhöht zu stehen. Die beiden kämpften wobei sie sich aufrichteten und ich glaubte sie fauchen zu sehen und dann...Oh mein Gott, ich bin mir ziemlich sicher dass sie die Ankunft des Subways nicht überlebt haben. Ich schloss meine Augen und drehte mich vor Ekel ab, als die beiden nicht wie erwartet verschwanden, während der Subway anrollte. Die Frau neben mir schmunzelte mich nur an. „Ah, yah, that‘s normal,“erklärte mir Niko später. Wie angenehm. Irgendwie kamen wir dann auf die Eichhörnchen zu sprechen, die hier in Unmengen herumschwirren. „Ja, das ist auch normal. Ich staune immer wieder über die dummen Touristen, die versuchen ihnen nahe zu kommen. Die wissen anscheinend nicht wie gefährlich sie sein können,“ meinte sie, während sie ihre Augenbrauen zusammenzog und den Kopf schüttelte als sie an die Situation dachte. Ich verkniff mein Schmunzeln, dachte rasch an den Vorfall im Central Park, als Cathy demnach berechtigt im Eiltempo floh. „Wir sind es uns nicht gewohnt, dass sie kommen wenn man ihnen Futter hinhält,“ entschuldigte ich unsere Dummheit. Da Evess mir heute beim Frühstück erzählt hatte, dass sie anfangs das falsche Buch nämlich des achten Levels gekriegt hatte und ich es für die paar Wochen leihen könne, entschied ich mich das Level zu wechseln. Als ich mich im Klassenzimmer dann umblickte und bemerkte dass sowieso nicht mehr viele übrig waren, die ich anfangs in meiner Klasse hatte, war das auch kein Grund mehr. Ayako geht für zwei Wochen in die Ferien, was in meinem Fall eine lange Zeit ist und Takuya wird ins Business English wechseln. Ayako würde ich vielleicht schon bald in der Schweiz zu Besuch haben, sie geht Ende Juni nach Europa und überlegt sich eine Zeit lang in die Schweiz, also nach Willisau zu kommen. Die andern hatten mich während den letzten Wochen alle ausgepresst über die schönen Orte oder etwa die Schokolade. Vielleicht würde ich sie nach Schwyz in die Schokoladenfabrik bringen. Ich zeigte ihnen dann Bilder von Luzern, worauf sie alle völlig ausser sich waren. Sie waren so überwältigt, dass ich das IPhone umdrehte und mir selbst nochmals ansah, woher ich komme, oder wo ich die letzten paar Monaten jeden Mittag verbracht hatte. Stimmt, ist wirklich sehr schön. Niko freute sich über meine Entscheidung das Level zu wechseln und meinte, dass es an der Zeit wäre, ich sei oftmals unterfordert gewesen (so extrem war das aber auch nicht) Sie muss jetzt aber zuerst noch abklären, ob es genügend Platz in dieser Klasse gibt. Ich hatte meinen Freunden abgesagt mit ihnen Abendessen zu gehen. Zwei Mal am Tag viel Geld für‘s Essen auszugeben, wäre definitiv übertrieben :)
Have a nice day guys
Küsschen Nja <3












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