Mittwoch, 30. Mai 2012

Knall





In New York ist es mittlerweile unlgaublich heiss geworden. Die morgendlichen Papbecher gefüllt mit Kaffe haben sich in mit Eiskaffee gefüllte Plastikbecher verwandelt, die Menschen tragen Sandaletten und Flip Flops anstelle von Stiefeln und die Strassenverkäufer verkaufen gekühlte Getränke oder kleine Propeller, keine Regenschirme mehr. Die Hitze war auch der Grund warum wir nach dem Tag in Montauk ziemlich faul zu Hause sassen. Yvette, Sarah und ich sassen vor dem Propeller auf dem Sofa und quatschten. Larissa holte ihre Schwester ab, die für die nächsten paar Tage in New York zu Besuch ist und Signe war bei ihrer Famile am Strand. Später spazierten Sarah und ich am Broadway entlang. Was wir nicht wussten, anstelle von gelben Taxis und sonstigen Autos standen Marktstände am Strassenrand und die Strasse war überfüllt mit Menschen. Wow, so kriege ich mein verpasstes Afro-Pfingsten ja doch noch. Wir schlenderten am Markt entlang. Die vielen Menschen verschwanden in der schimmernden Hitze, unzählige Düfte durchkreuzten die Strasse, Maiskolben brutzelten auf dem grossen Grill, während nebenan Schokolade über Früchte gegossen wurde. Dort drüben sassen vier Jungs auf der Treppe beim Hauseingang und verkauften frische Limonade, um ihr Sackgeld etwas aufzupeppen. Aus den Lautsprechern ertönte Afro und Reggae Musik, ich fühlte mich sehr wohl. Beim grossen Spritzbrunnen vor dem New Yorker Ballett gönnten wir uns ein Eis, das sollte an diesem Tag nicht das letzte bleiben :) Wir schlenderten noch etwas weiter, bevor sich Sarah auf zu ihren Kollegen machte um mit ihnen zu essen. Ich war müde und ging zurück, wo ich dann etwas an den Fotos herumbastelte und einiges organisierte. Am nächsten Morgen ging ich mit Sarah nach Chelsea, es war nochmals einiges wärmer geworden und  unsere geplante Shoppingtour (Also ich begleitete einfach Sarah) wurde zur Aircondition-Tour. Die Hitze in der Stadt staute sich, die Luft in den Subwaystationen war unaushaltbar, am Strassenrand auf dessen Boden die Sonne brannte, wurde man immer wieder von dem stinkend heissen Auspuff der  Autos angepustet und der Gestank der Obdachlosen konnte man einen Block weiter noch wahrnehmen. Das war also die berüchtigte New Yorker Hitze. Bevor wir nach Chelsea gingen, schleppte ich Sarah mit in den Pilatesunterricht. Ich vergesse ihren bösen Blick hinter mir im Spiegel nie, als wir unsere Fussknöchel halten mussten, um mit durchgestreckten Beinen auf dem Rücken ab zu rollen und oben wieder die Balance zu halten. „Danke, Anja“ meinte sie als sie mir die Matte am Schluss in die Hand drückte und rausstolzierte. :D Später gab sie jedoch zu, dass sie sich jetzt besser fühlt und wieder mitkommen wird :) Als wir wieder zu Hause waren beeilte ich mich um ins Jazz zu gehen. Zwei Minuten vor Unterrichtbeginn kam ich unten bei der Tür an und zerrte an ihr. Sie liess sich allerdings nicht öffnen. „To hot!“ meinte der Mann der immer vor dem Eingang des Supermarkts nebenan steht. Hmm, wirklich, war das der Grund? Fragte ich mich selbst..wegen dem Memorial Day konnte es ja nicht sein, heute morgen war es ja offen. Ich steckte mir die Ohrenstöpsel zurück in die Ohren und hörte Musik als ich in der noch immer brennenden Abendsonne zurückging. Sarah konnte sich das Lachen natürlich nicht verkneifen, da sie mich mal wieder davoneilen sah..für nichts. Ich setzte mich zu ihr aufs Sofa und wir guckten einen Film zusammen. Neben uns bliess ein angenehm kühles Abendwindchen durch die Blätter des Baumes hinter dem geöffneten Fenster. 


Heute morgen früh ging ich rasch raus um zu sehen ob sich die Situation etwas abgekühlt hatte..nein, es war bereits heiss. Also frühstückte ich, packte meine Dinge und ging zur Schule, dort frohr ich natürlich wieder weil ich meistens keine Jacke mitbringe, nur weil die Aircondition in der Schule kein Mass kennt. Nach dem Unterricht ging ich mit Andreas, Clara und Signe Sushi essen, perfekt in diesem Wetter. Den Nachmittag verbrachte ich mit Signe, Smoothie trinkend versuchten wir herauszufinden, in welchem Kinofilm wir künftig im Hintergrund zu sehen sein werden, es wurde mal wieder einer gedreht. Ich konnte nicht anders als ich nach Hause kam, völlig erschöpft von der Hitze lag ich aufs Bett und liess mir vom Fentilator ober mir Wind ins Gesicht blasen, es war einfach sooo heiss. Dann riss ich mich zusammen und ging ins Pilates, was unglaublich gut tat. Danach hatte ich Ballett. Die Lipstick Lady  pusht mich extrem, was super ist, aber heute war es hart „higher, higher, stay stay stay, pull your belly in, relax your shoulders, stay, keep the balance, no, Anja higher higher,  higher!!“ schrie sie, als noch immer mit vollster Anstrengung die Postition zu halten versuchte. Sie erfreut sich dann jedes Mal über ihr resultierendes Experiment und fragt immer wieder, “wie lange trainierst du jetzt bei mir?“ bevor sie bestätigend nickt und all den anderen erklärt, ja und ihr hättet sie am Anfang sehen sollen and look at her now...dann dreht sie ihren Kopf, und ihr strahlendes Lächeln verwandelt sich in ein nervöses Zucken: „Stay Anja! higher!“ Dann kommt sie rüber und grinst, "i let you work hard,“ meint sie. Meine Beine brannten, als ich die Position dann endlich lösen konnte. Und dann....Plötzlich, ein riesiger Knall ertönte und unterbrach unsere Hüpferei. Wie durch ein Wunder platzte der Regen aus den Wolken und floss kurze Zeit später die Strassen hinab. bhuu, ein entspannendes Geräusch. So sehr ich den Sommer auch liebe, das war zu stickig und zu heiss. Als ich das Tanzstudio verliess machte ich noch einige Einkäufe im Fairway market. Draussen regnete es noch immer in Strömen, ich blieb kurz vor dem Hauseingang stehen, sah die Leute vorbeirennen, die aber natürlich alle ihren Regenschirm dabei hatten und lass auf der schimmernden Anzeigetafel auf der anderen Seite der Strasse: Il Divo, this evening. Ich grinste und rannte im Regen nach Hause, die Luft war schon etwas abgekühlt und ganz New York wieder etwas entspannter.














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