Am nächsten Morgen ging es wieder ins Tanzstudio. Mein Training ist zurzeit sehr intensiv aber ich liebe es und ich habe keine Ahnung was ich zu Hause machen werde, wenn ich das nicht mehr habe. Nach dem Training wollte Larissa kurz in den Starbucks. „Lass uns in den anderen gehen,“ meinte ich und wir drehten uns um. Als wir im Starbucks standen fragte eine Frau plötzlich: „Darf ich eine völlig verrückte Frage stellen?“ „Ja,“ meinte ich, gespannt was jetzt wohl kommen würde. „Mein Sohn dreht gerade einen Kurzfilm mit Cary Woods,..., macht ihr so was wie Schauspiel?“ Larissa zeigte auf mich und meinte: „Sie ist dafür geeignet, sie hat schon so Dinge gemacht.“ „Super, also kommt schnell.“ „Was?, jetzt? wohin?“ fragte ich völlig verwirrt und noch immer nicht wissend um was es geht. „Ich zeig es euch, nur ganz kurz,“ meinte sie etwas euphorisch. Ihre Kollegin entschuldigte sich für sie und meinte, sie manchmal etwas verrückt aber ganz okay. Verwirrt blickten wir uns gegenseitig an und folgten ihr aber trotzdem. Sie erzählte während wir liefen, dass ihr Sohn sich irgendwie für eine wichtige Filmakademie bewerbe und fragte nochmals, ob wir Cary Woods kennen würden. „Nein,“ sagte ich und hatte wirklich absolut keinen blassen Schimmer wer das sein sollte. „Er produzierte viele berühmte Filme wie Scream oder Gotzilla,“ erklärte die Kollegin. Diese Filme waren aber so berühmt, dass ich mir das kaum vorstellen konnte. Ich betrachtete die Frauen nochmals genauer, sie sahen ganz normal aus, ganz okay. Wir durchschritten eine geöffnete Tür, vor der zwei Bodyguards standen und freundlich nickten, als die eine Frau „hi guys!“ rief . Eine luxuriöse Lobby bereitete sich vor mir aus mit riesigen Fenstern. Vorsichtig gingen wir weiter, mit dem Lift in den zwölften Stock. Zuvor hatte ich aber gecheckt, dass das Gebäude ein offenes Treppenhaus hatte, wo man jeder Zeit hätte runterrennen können und fit war ich mittlerweile mehr als genug. Im zwölften Stock öffnete sie eine riesige Tür und rief ihren Sohn. Sehr sehr vorsichtig standen wir in den Eingang des riesigen Appartments und verhinderten, dass die Tür hätte zufallen können. Ein Kind tritt in den Gang und seine Frisur wurde von der Frau die uns eben hierhin geführt hatte, kurz verwuschelt als sie lächelnd an ihm vorbeiging und euphorisch nach dem wohl anderen Sohn ausschauh hielt. „Es ist alles okay, kommt einfach rein,“ meinte sie. Das Appartment war riesig, es war hell, geräumig, weiss, es war wunderwunderschön und die Aussicht herrlich. Die mussten verdammt reich sein, aber wirklich. Trotzdem blieb ich bei der Tür stehen. Während ich alles mögliche um mich herum mit meinen Augen abchekte fiel die Tür hinter mir ins Schloss. Larissa griff gleich wieder danach und stellte beruhigend fest, dass sie sich öffnen liess, während meine Hand bereits den Schlüssel zwischen den Fingern hatte, um mich im Notfall wehren zu können, so wie es mich Mum gelehrt hatte. Der Sohn, gerade Mal siebzehn Jahre alt kam aus dem Zimmer und hielt mir schmunzelnd, freundlich die Hand entgegen. „Hi, my name is Zack, nice to meet you.“ Dann stellte er sich auch Larissa vor, schüttelte den Kopf und lachte als er seiner Mutter rief, die immer noch umherhühnerte. „Mum, you‘re crazy,“ meinte er und versuchte sich auf eine Art dafür zu entschuldigen. Ich war noch immer völlig verdutzt und sagte kaum was ich kam mir einfach vor wie in einem Film und wartete darauf dass mir jemand Wasser über den Kopf warf oder so was. Stattdessen kam Woods aus einem der anderen Räume, seine Hände in die Hüfte gestützt fragte er, ob ich in amerikanischem Akzent sprechen könnte.“ „Well, I don‘t know..I guess..ehm..“ stachelte ich, wissend dass ich mit einer berüüüühmten reeeichen Person sprach und das alles so plötzlich. „Perfect,“ unterbrach er mich, nickt und meinte „see you tomorrow,“ bevor er wieder verschwand. Ich blickte völlig verdutzt nach vorne und wante meinen Blick wieder zu Zack als dieser mir den Ablauf erklärte und immer wieder meinte, that‘s so perfect, I‘m so glad. Wir hinterliessen unsere E-mail Adressen, und er wollte mir noch kurz seine Nummer geben, wofür ich ihm mein Handy geben wollte. Seine Mutter hetzte dazwischen und meinte: „nonono...gib du die Nummer ein, das ist so ein Kopfding,“ versuchte sie ihrem Sohn die Erklärung dafür zu ersparen, warum er nur zögerlich nach dem Handy griff. Das verwirrte mich noch mehr und ich blickte ihn nochmals an. Er drückte seine schwarze Nerdbrille zurück auf die Nase und begann mir die Nummer zu diktieren. „Dann will ich das Skript jetzt noch etwas abändern,“ meinte er. „Vielen Dank, ich freu mich so, das wird perfekt.“ „Wann sollen sie kommen? fragte Zacks Mutter. „Nicht etwas früher?Lade sie doch zum Essen ein! Fünf Minuten später waren Larissa und ich wieder da, wo wir vor zwanzig Minuten gestanden waren. Vor dem Starbucks. Keiner von uns sagte was, beide waren wir völlig verwirrt. Was war das? Das ist New York gab ich mir selbst die Antwort, an all die anderen komischen Begegnungen denkend. Larissa war mit ihrer Schwester verabredet, die in New York zu Besuch ist und ich mit Yvettte. Ich ging also nach Hause, duschte und googelte den Namen Cary Woods und... tatsächlich, das war der Mann der mich kurz zuvor nach meinem Akzent gefragt hatte. Ich hatte keine Zeit weiter darüber nachzudenken, da Yvette schon da stand. Wir gingen zusammen in den Central Park, die Sonne schien und: Wasserschlacht war angesagt. Das bedeutet, dass die New Yorker alle mit ihren Superwasserpistolen, von der jeder eine besitzt in den Park kommen und Kriegerlis spielen. Ich beobachtete Jungs, etwa 20-30 Jahre alt, die mit schwarzen Masken immer wieder durch die ganze Menge speedeten und alles nassspritzen was ihnen entgegen kam, was ihnen eine riesige Freude bereitete. All die Kinder die umherrannten, die Paare die sich gegenseitig nachrannten, die Mädchen die nassgespritzt werden wollten. Warum gibt es das bei uns nicht? Das ist doch so leicht, und alle machen es soo gerne, anstatt Militärwaffen im Schrank zu Hause könnten doch unsere Männer auch einfach Wasserpistolen besitzen und ihre Stärke in einem Park auslassen:D ich werde eine organisieren, versprochen! Es gab weder ein Gedränge noch irgendwelche Verletzte.Yvette und ich quatschten und genossen die Sonne. Ich sag euch, an einem Tag in New York passiert derart viel und unerwartetes. Am Abend lass ich dann das Skript das mir Zack geschickt hatte und entschied mich morgen nicht hin zu gehen. Die Rolle war mir so unangenehm und entsprach nicht gerade meiner Vorstellung, also sagte ich ab. Ich weiss man kann jetzt spekulieren ob das falsch oder richtig war, aber ich hatte ein ungutes Gefühl und wer das Skript gelesen hätte, hätte gleich gehandelt, denke ich :) Den nächsten Tag verbrachte ich mit Yvette, Sarah, Larissa, ihrer Schwester und deren Freund in Soho. Es war ein schöner Tag. Wir probierten schräge Dinge an und lachten, tranken Kaffee, assen Kuchen. Das würde vielleicht schon mein letztes Mal sein, da ich Zeit mit ihnen allen verbrachte, dachte ich etwas traurig. Es ist alles so unkompliziert, so einfach, so befreit und voller Energie. Ich hab euch lieb, und so gerne ich auch bleiben würde, die Vorstellung euch alle wieder zu sehen, stimmt mich unglaublich glücklich.












































Der Juli eignet sich perfekt für Wasserschlachten, vorallem da ich mein Gewehr inzwischen zurückgeben musste...
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